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Klinik für Gastroenterologie

Pilotstudie zum Lungenultraschall bei COVID-19 Patienten

Die COVID-19 Pandemie stellt eine neue Herausforderung für die Gesundheitssysteme auf der ganzen Welt dar. Die Thoraxbildgebung hat sich dabei als wesentlicher Bestandteil der Diagnostik und der frühzeitigen Risikoabschätzung von COVID-19-Patienten erwiesen, insbesondere in der Frühphase der klinischen Evaluation.

Die COVID-19 Pandemie stellt eine neue Herausforderung für die Gesundheitssysteme auf der ganzen Welt dar. Die Thoraxbildgebung hat sich dabei als wesentlicher Bestandteil der Diagnostik und der frühzeitigen Risikoabschätzung von COVID-19-Patienten erwiesen, insbesondere in der Frühphase der klinischen Evaluation. Die CT-Bildgebung ist der Goldstandard für die Diagnose einer COVID-19 Pneumonie, ist jedoch strahlenbelastend und kostenintensiv. Daher wird auch an der UMG häufig auf diese Bildgebung initial verzichtet und lediglich eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs in der Notaufnahme durchgeführt. Die Röntgenuntersuchung ist jedoch möglicherweise bei COVID-19 Patienten eingeschränkt aussagekräftig und unnötig strahlenbelastend. Zudem können frühe Veränderungen der Viruspneumonie durch die Röntgenuntersuchung nicht ausreichend dargestellt werden. Daher sind schnell verfügbare, kostengünstige und schonende Bildgebungsverfahren für COVID-19 Patienten von großer klinischer und logistischer Bedeutung. Unsere AG Endoskopie/Sonographie hat in Kollaboration mit dem Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie eine Pilotstudie bei COVID-19 Patienten an der UMG durchgeführt. Erstmalig konnte hier der Nutzen und die diagnostische Genauigkeit der Thoraxsonographie am Patientenbett bei COVID-19 Patienten untersucht werden. Die Pilotstudie konnte erstmalig zeigen, dass die Thoraxsonographie ein hochsensitives und kostengünstiges bildgebendes Verfahren für die schnelle und informative Lungenuntersuchung sowohl bei der ersten klinischen Präsentation, als auch im Rahmen der Folgeuntersuchung bei COVID-19-Patienten ist. Die Thoraxsonographie zeigt die pathologischen Veränderungen der Lunge genauer als die Röntgenuntersuchung, bringt keine Bestrahlung mit sich und kann klinische Therapieentscheidungen bei COVID-19 Patienten unterstützen. Somit konnte unsere Studie einen relevanten Beitrag für die schonende und zeitkritische Diagnostik von Lungenveränderungen bei COVID-19 Patienten an der UMG leisten. Basierend auf diesen Daten kommt die Thoraxsonographie nun verstärkt in der Notaufnahme, unserer Infektionsstation und den jeweiligen Intensivstationen bei COVID-19 Patienten zum Einsatz.

Originalpublikation: Evgenii Shumilov, Ali Seif Amir Hosseini, Golo Petzold, Hannes Treiber, Joachim Lotz, Volker Ellenrieder, Steffen Kunsch, Albrecht Neesse. Comparison of chest ultrasound and standard X-ray imaging in COVID-19 patients. In: Ultrasound Int Open, 09, 2020; 6: E36–E40.

Corresponding author:
Prof. Dr. Dr. Albrecht Neeße
Universitätsmedizin Göttingen
Klinik für Klinik für Gastroenterologie, Gastrointestinale Onkologie und Endokrinologie
Robert-Koch-Strasse 40, 37075 Göttingen
Email: albrecht.neesse(at)med.uni-goettingen.de

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