Sehr geehrte Patientinnen und Patienten, liebe Kolleginnen und Kollegen,
in unserem Zentrum für interventionelle Sonografie führen wir eine Vielzahl von ultraschallgestützten, sowohl nicht-invasiven als auch invasiven Untersuchungs- und Behandlungsverfahren durch.
Die rein diagnostische Sonografie ist ein sicheres, schonendes und nebenwirkungsfreies bildgebendes Verfahren zur Untersuchung und Darstellung der abdominellen Organe.
Die farbkodierte Duplexsonografie (FKDS) ermöglicht die Analyse des Blutflusses und ist eine zentrale Methode bei der Beurteilung von Gefäßveränderungen. Mithilfe der kontrastmittelverstärkten Sonografie (CEUS) können Raumforderungen, insbesondere der Leber aber auch anderer Organe, zuverlässig weiter charakterisiert werden. Das verwendete Kontrastmittel ist auch bei Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen problemlos anwendbar. Mittels der 2D-Scherwellen-Elastografie lässt sich die physikalische Elastizität von Organen untersuchen und insbesondere bei Lebererkrankungen kann damit nicht-invasiv der Grad der Leberfibrose bestimmt werden.
Ein wichtiger Schwerpunkt unseres Zentrums ist die Durchführung verschiedenster interventioneller Verfahren. Dazu gehören ultraschallgestützte Punktionen von Organen und Raumforderungen jeder erreichbaren Lokalisation zu diagnostischen oder therapeutischen Zwecken, die ultraschallgestützte Anlage von Drainagen und die perkutane Sklerosierung symptomatischer Leberzysten
Wir freuen uns darauf, Sie in unserem Zentrum für interventionelle Sonografie zu begrüßen und stehen Ihnen für Fragen zur Verfügung.
PD Dr. med. Golo Petzold
Leiter interventionelle Sonografie
Kontakt für Ärzte und Zuweiser
Sie sind eine ärztliche Kollegin oder ein ärztlicher Kollege?
- Anfragen für sonografische Untersuchungen: +49 551 39 65470
- Anfragen für die stationäre Behandlung: Fr. Lichte-Adelski (Belegungsmanagement), +49 551 39 63879
- Kontaktaufnahme mit PD Dr. med. Golo Petzold (Ärztliche Leitung) für ärztliche KollegInnen: +49 551 39 65470 (Mo. - Fr. zwischen 8 und 16 Uhr)
Behandlungsspektrum
In unserer Sonografie decken wir das komplette Spektrum der transkutanen Sonografie ab. Hierzu zählen beispielsweise die Kontrastmittelsonografie und die Scherwellenelastographie. Wir entnehmen Stanzbiopsien aus allen abdominellen und thorakalen Lokalisationen zur histologischen Diagnosesicherung. Ebenfalls gehören sonografisch gesteuerte Drainageanlagen sowie die Anlage subkutan getunnelter Dauerverweilkatheter zur ambulanten Behandlung bei therapierefraktärem Aszites zu unserem Leistungsspektrum. Ziel unserer Klinik ist die individuelle Festlegung des optimalen Diagnostik- und Therapieregime für jeden Patienten. Voraussetzung hierfür ist die konsequente und enge Zusammenarbeit mit den Kollegen der Viszeralchirurgie und interventionellen Radiologie.
Diese Untersuchungen bieten wir an
Kontrastmittelgestützte Sonografie (CEUS)
Die kontrastmittelgestützte Sonografie (CEUS) ist eine Form der Ultraschalluntersuchung, bei der ein Kontrastmittel in die Blutbahn injiziert wird. So können fokale Läsionen, insbesondere in der Leber, anhand des Perfusionsverhaltens weiter charakterisiert werden, so dass in den meisten Fällen eine Einschätzung der Entität und Dignität möglich ist. Das verwendete Kontrastmittel gilt als sehr gut verträglich und kann auch problemlos bei Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen angewendet werden. In ganz seltenen Fällen (<1:10.000) sind in der Literatur allergische Reaktionen beschrieben. Daher sollten Sie sich bis 30 Minuten nach Injektion noch innerhalb der Klinik aufhalten.
Scherwellen-Elastografie (SWE)
Die Scherwellen-Elastographie der Leber ist ein spezielles Ultraschallverfahren, das die Steifigkeit des Lebergewebes misst. Dabei werden durch Schallwellen ausgelöste Scherwellen durch die Leber gesendet, und anhand ihrer Geschwindigkeit kann auf die Festigkeit des Gewebes geschlossen werden. Dieses nicht-invasive Verfahren hilft, Erkrankungen wie Leberfibrose oder -zirrhose frühzeitig zu erkennen und den Schweregrad zu bestimmen.
Nicht-invasive Quantifizierung des Leberfettgehaltes
Die steatotische Lebererkrankung (SLD, Fettlebererkrankung) ist die häufigste chronische Lebererkrankung weltweit. Die B-Bild-Sonografie ist insbesondere bei sehr gering ausgeprägter Leberzellverfettung nicht geeignet, diese sicher zu erkennen. Mit Hilfe moderner Ultraschallverfahren (UGAP, ultrasound-guided attenuation parameter) können auch leichtgradige Steatosen zuverlässiger nicht-invasiv bestimmt werden.
Ultraschallgestützte Stanzbiopsien von Raumforderungen
Die ultraschallgestützte Stanzbiopsie ist ein Verfahren, bei dem unter ständiger Ultraschallkontrolle eine kleine Gewebeprobe aus einem Zielbereich entnommen wird. Dabei wird nach lokaler Betäubung eine dünne Nadel präzise in das Zielgewebe eingeführt, um eine Gewebeprobe zu gewinnen, die anschließend im Institut für Pathologie der UMG untersucht wird. Der eigentliche Punktionsvorgang dauert ungefähr 5 Sekunden. Diese Methode ist minimal-invasiv und ermöglicht eine genaue histologische Diagnose. Sie kommt insbesondere zur Sicherung einer Tumordiagnose oder zur Abklärung unklarer Organveränderungen zum Einsatz.
Ultraschallgestützte Punktionen der Leber
Bei der Leberpunktion wird mit einer dünnen Nadel eine kleine Gewebeprobe aus der Leber entnommen wird. Dieser Eingriff hilft, Entzündungen und Veränderungen im Lebergewebe zu diagnostizieren, die durch Krankheiten wie beispielweise Autoimmunhepatitis, Steatotische Lebererkrankungen (SLD) oder Viren verursacht werden können. Die entnommene Probe wird im Institut für Pathologie der UMG untersucht, um die genaue Ursache und das Ausmaß der Leberschädigung festzustellen.
Anlage von Drainagen bei Abszessen und Verhalten
Die sonografisch gestützte Anlage von Drainagen ermöglicht es, unter ständiger Ultraschallkontrolle präzise eine Drainage in einen Abszess, eine Flüssigkeitsansammlung oder Körperhöhle einzuführen, um diese zu entleeren. Bei Bedarf kann diese Untersuchung auch in Analgosedierung erfolgen.
Getunnelte Drainagen
Die sonografisch gestützte Anlage eines subkutan getunnelten Dauerverweilkathetersist ein Verfahren, bei dem nach Aufsuchen und Festlegen einer geeigneten Punktionsstelle ein dünner Schlauch unter die Haut in eine Körperhöhle eingeführt wird. Dieser Katheter ermöglicht es, überschüssige Flüssigkeit (Aszites oder Pleuraerguss) dauerhaft und kontrolliert abzulassen. Der Katheter wird im Unterhautfettgewebe "getunnelt", um das Infektionsrisiko zu minimieren. Bei Bedarf kann diese Untersuchung auch in Analgosedierung erfolgen.
Perkutane Zystensklerosierung
Bei symptomatischen großen Leberzysten kann nach Anlage einer passageren dünnen Drainage und Ablassen der Zystenflüssigkeit eine Sklerosierungssubstanz (z.B. hochprozentiger Alkohol) über die Drainage in die Zyste eingebracht werden. Danach wird die Drainage wieder entfernt. Mittelfristig sind eine deutliche Abnahme des Zystenvolumens und damit eine Reduktion der Symptomatik zu erwarten.
Kontakt für PatientInnen
Zur Terminvereinbarung sowie telefonischen Kontaktaufnahme stehen wir Ihnen zur Verfügung.
Für die ambulante Behandlung: Ambulanzzentrum Gastroenterologie +49 551 3965303
Für die stationäre Behandlung: Fr. Lichte-Adelski +49 551 3965879
Bei Fragen zu sonografischen Untersuchungen und Behandlungsverfahren: Sonografie Anmeldung +49 551 39 65470
Kontaktinformationen
- Telefon: +49 551 3962313
Leitender Oberarzt und stellvertretender Direktor der Klinik für Gastroenterologie, gastrointestinale Onkologie und Endokrinologie
Sektionsleiter Interventionelle onkologische Endoskopie
Bereichsleiter Klinische Infektiologie
Kontaktinformationen
- Telefon: +49 551 3963879
- Telefax: +49 551 3967074
- E-Mail-Adresse: christa.lichte-adelski(at)med.uni-goettingen.de
Sekretariat Onkologie
Bettenmanagement