Neuroendokrine Tumoren

Klinik für Gastroenterologie, gastrointestinale Onkologie und Endokrinologie

Einen dritten Schwerpunkt in der gastrointestinalen Onkologie der UMG stellt die Behandlung von Patient*innen mit Tumoren der hormonproduzierenden Zellen (neuroendokrine Tumoren) dar. Aufgrund der verschiedenen Lokalisationen dieser Tumore und ihrer häufig sehr verschiedenen Eigenschaften ist neben langjähriger Erfahrung ein gut zusammenarbeitendes Team aus Spezialisten verschiedenster Fachdisziplinen zwingende Voraussetzung für die erfolgreiche Behandlung von Patient*innen mit dieser seltenen Tumorentität.

Lokalisation

Bei der Gruppe der neuroendokrinen Neoplasien (NEN) handelt es sich um eine seltene Tumorerkrankung. Die Tumore entwickeln sich aus Zellen des neuroendokrinen Systems. Da diese Zellen in verschiedensten Organen im menschlichen Körper vorkommen, können neuroendokrine Tumoren nahezu überall im Körper auch außerhalb des Gastrointestinaltraktes auftreten.

Häufige Entstehungsorte dieser Erkrankung stellen das Bronchialsystem, die Bauchspeicheldrüse, der Magen sowie der Dünn- und Dickdarm dar.

Prognose

Auch wenn es sich um eine bösartige Neubildung mit bei Diagnosestellung bereits häufig vorhandenen Tochtergeschwülsten (Metastasen) handelt, ist die Prognose dieser Tumorerkrankung häufig günstig. Krankheitsverläufe über viele Jahre sind nicht selten, es gibt jedoch auch weniger glückliche Verläufe. Als wichtig in der Abschätzung des Krankheitsverlaufs von NEN haben sich die Teilungsrate der Tumorzellen, das Vorhandensein von Metastasen und deren Lokalisation sowie der Ursprungsort des Primärtumors als bedeutsam herausgestellt.

Syndrome

Eine Besonderheit der neuroendokrinen Neoplasien besteht in ihrer Fähigkeit, Hormone zu bilden und diese auszuschütten. Die unkontrollierte Hormonausschüttung kann zu charakteristischen Krankheitssyndromen wie dem Karzinoid-Syndrom, dem Zollinger Ellison-Syndrom (Gastrinom), dem Verner-Morrison-Syndrom (VIPom), Glukagonom-Syndrom, oder dem Insulinom führen. Die Eigenschaft der Hormonproduktion muss jedoch nicht bei allen Tumoren vorhanden sein.

Im Rahmen des vererbbaren Krankheitsbildes der Multiplen Endokrinen Neoplasie (MEN) können neuroendokrine Tumore des Pankreas mit anderen Tumoren des endokrinen Systems vergesellschaftet sein.

Therapie

Innerhalb der letzten Jahre hat das Wissen über diese seltene Gruppe von Erkrankungen deutlich zugenommen. Mit diesem Wissen sind eine Vielzahl neuer Behandlungsstrategien und -methoden für Patient*innen mit neuroendokrinen Neoplasien entstanden, die auch aufgrund der häufig langen Krankheitsdauer eine sorgfältige Auswahl und Steuerung der Behandlungsmethoden notwendig erscheinen lässt. Aus diesem Grund erfolgt die Behandlung von Patient*innen mit dieser seltenen Tumorerkrankung an der Universitätsmedizin Göttingen durch ein interdisziplinäres Behandlungsteam bestehend aus Gastroenterologen, Viszeralchirurgen, Radiologen, Pathologen, Strahlentherapeuten und Hämatologen. Sollten Sie selbst Betroffene*r dieser seltenen Tumorentität sein oder Fragen zu dieser Tumorerkrankung haben, können Sie sich jederzeit ambulant oder stationär bei uns vorstellen.

Terminvereinbarung & Kontakt

Termin in der Ambulanz

Sie haben Interesse an einer ambulanten Behandlung oder wünschen eine Zweitmeinung? Wir sind gerne für Sie da! Vereinbaren Sie Ihren Termin unter 0551 3965303.

Sprechzeiten sind Dienstag bis Donnerstag von 8:00–15:00 Uhr.

Oberarzt

PD Dr. med. Alexander König

Sekretariat

  • Bereichsleiter Onkologie

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